Disney Klassiker vs. Disney Neuheiten

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      Wow, ihr habt Sherlock Holmesin der Schule gelesen?! Ich will auch!! Die einzigen Sachen, die wir gelesen haben waren Schillers Tell, Elsie; die seltsame Magd, Die Leiden der jungen Werther und Dürrenmatt's Die Physiker und der Besuch der alten Dame.

      EnnyMay schrieb:

      Mir gefallen die russischen Filme tatsächlich mit am besten.

      Schön, auf gleichgesinnte zu treffen. :) Aber mal ehrlich, wer hätte gedacht, dass man eine gute Adaption von Sherlock Holmes bei den Russen findet?

      EnnyMay schrieb:

      War extrem schwer die Tonnen an DVDs samt Fahrrad nach Hause zu kutschieren damals aber das war's auf jeden Fall wert!

      Oje! Das erinnert mich daran wie ich als Kind, wenn ich zu meinen Freunden Übernachten war, den halben DVD Schrank in meine Tasche Gepackt habe und dann so zu ihr spaziert bin. Ich war halbtot nachher. :D Bist nach Hause geradelt oder hast du's geschoben??
      Ich freue mich sehr, dass hier endlich mal über das diskutiert wird, worüber ich schon immer diskutieren wollte und wofür ich mich letztlich auch hier angemeldet habe, nämlich die Disney-Filme an sich!
      Insofern habt ihr euch vielleicht gewundert, warum ich mich bisher zurückgehalten habe. Das lag einfach daran, dass ich für dieses Thema auch eine würdige Antwort präsentieren möchte, die zu schreiben ich werktags nicht imstande bin.

      Erstmal: Ich kannte die Einteilung bisher nicht, finde sie aber sehr interessant und größtenteils nachvollziehbar. Die Bewertung der einzelnen Ären ist für mich jedoch nicht so ganz einfach, weil ich die meisten Filme erst einmal (oder höchstens zweimal) gesehen habe und das teilweise vor sehr vielen Jahren. Das liegt daran, dass die Filme für mich etwas besonderes sind und ich mir diesen Besonderheitswert durch "Seltenheit" bewahren möchte, ähnlich wie DIsney das ja auch über Jahrzehnte hinweg so gemacht hat (nicht erst seit dem "Tresor"). Gleichzeitig gibt es etwa eine handvoll unter den Filmen, bei denen sich die Umstände so ergeben haben, dass ich sie gleich zig-mal gesehen habe (hauptsächlich Reiterman-Filme). Und zu guter Letzt gibt es auch noch ein paar, die ich noch gar nicht gesehen habe (hauptsächlich aus den 00ern). Von daher dürfte meine Bewertung etwas "windschief" sein, aber ich möchte es dennoch versuchen.

      Golden Age (1937-1941)

      -Schneewittchen und die sieben Zwerge
      -Pinocchio
      -Fantasia
      -Dumbo
      -Bambi

      Das Besondere an dieser Ära (neben dem Offensichtlichem) dürfte sein, dass sie gerade keinem einheitlichen Trend folgt. Während sich bei den folgenden Phasen gewisse Tendenzen erkennen lassen, haben wir hier größtmöglichste VIelfalt: Prinzessinnen-Drama, Coming-Of-Age-Story, Experimentalfilm, Komödie, Tierfilm. Walt Disney legte damals offenbar großen Wert darauf, sich nicht zu wiederholen und deswegen ließen sich die Filme auch heute noch problemlos in einer Reihe anschauen, ohne dass man das Gefühl habe müsste "bloß" Genrefilme zu schauen.
      DIe ersten drei gefallen mir ausnahmslos gut, auch wenn "Fantasia" aufgrund der Länge etwas anstrengend zu schauen ist. Die Fortsetzung "Fantasia 2000" dauert ja nur 90 Minuten und das halte ich für einen Film dieses Formats angemessener. "Dumbo" fand ich nicht so prall; "Bambi" ist zwar optisch schön gestaltet, aber auch eher lau. Liegt bei beiden wahrscheinlich daran, dass ich kein Fan von kitschigen Tierfilmen bin.

      Wartime Era (1943-1949)

      -Saludos Amigos
      -Drei Caballeros
      -Make Mine Music
      -Fröhlich, Frei, Spaß dabei
      -Musik, Tanz und Rhythmus
      -Die Abenteuer von Ichabod und Taddäus Kröte

      Leider zu Unrecht im Schatten stehende Schaffensphase, die selbst den meisten Disney-Fans eher unbekannt sein dürfte. Aufgrund der widrigen äußeren Umstände (Streik und Krieg) war Disney zu dieser runtergekurbelten Produktion gezwungen, gerade deswegen wurde hier aber so viel experimentiert und gerade das macht die Phase so interessant: "Saludos Amigos" gehört zusammen mit dem kurz zuvor entstandenem "Der Drache wider Willen" zu Disneys ersten Schritten im Dokumentarfilm, ein Genre, das vor allem in den folgeden Jahrzehnten ("True-Life-Adventures") von großer Bedeutung für die Disney-Studios werden sollte. "Drei Caballeros" ist im Grunde der Urahn späterer Trash- und Nonsensfilme (man denke an Monty Python oder Helge Schneider), bei denen sämtliche dramaturgischen Konventionen über Bord geworfen wurden und einfach gemacht wurde, was den Schauspielern - oder in dem Fall den Zeichnern - gerade einfiel. Wenn man sich darauf einlassen kann, kann man damit jede Menge Spaß haben. Und glücklicherweise dauert der Film auch nicht viel länger als eine Stunde, denn dann werden solche Filme erfahrungsgemäß etwas zäh. "Make Mine Music" und "Musik, Tanz und Rhythmus" waren Versuche, das "Fantasia"-Konzept auch auf Folklore und Jazzmusik auszudehnen, die vielleicht etwas unausgegorener waren, aber nichtsdestoweniger schön anzuschauen sind. Nicht nur musikalisch, sondern auch visuell wurde hier eine nicht zu verachtende Vielfalt dargestellt: Von "cartoonigen" Menschen, über vermenschlichte Gegenstände (Hüte, Boote...) bis hin zu Silhouetten. "Fröhlich, frei, Spaß dabei" und "Die Abenteuer von Ichabod und Taddäus Kröte" waren dann optisch wie dramaturgisch wieder erste Schritte in Richtung des klassischen Erzählfilms, wie er die nächste Ära wieder vollständig dominierte.
      Favoriten zu picken fällt mir hier schwer, aber ich tendiere in Richtung DC, MMM und MTR.

      Silver Age (1950-1967)

      -Cinderella
      -Alice im Wunderland
      -Peter Pan
      -Susi und Strolch
      -Dornröschen
      -101 Dalmatiner
      -Die Hexe und der Zauberer
      -Das Dschungelbuch


      Bronze Age (1970-1988)

      -Aristocats
      -Robin Hood
      -Die vielen Abenteuer von Winnie Puuh
      -Bernard und Bianca - Die Mäusepolizei
      -Cap und Capper
      -Taran und der Zauberkessel
      -Basil, der große Mäusedetektiv
      -Oliver & Co

      Diese beiden Phasen würde ich ein wenig anders aufteilen, allein schon deswegen, weil die "Reiterman-Ära" visuell durch die Xerox-Technik heraussticht. Aber eben auch, weil die Filme, bei denen Reiterman die alleinige Regie hatte (also alle nach "Dornrösschen", wo er sie sich noch mit anderen teilen musste, bis einschließlich "Bernard und Bianca") auch inhaltlich in eine andere Richtung gehen. In den 50er-Jahren wurde in Form der glänzenden, bunten Farben nicht nur optisch viel "Feenglanz" versprüht, sondern auch erzählerisch durch die stark fantastischen, mächenhaften Elemente (Wunderland, Nimmerland, Feen, Prinzessinnen etc.). Die Reiterman-Filme kommen dagegen trotz sprechender Tiere viel "naturalistischer" daher, da die Tiere wirklichkeitsgetreuer gezeichnet sind und die Settings allesamt sehr "realistisch" wirken. In Moglis Dschungel, Robin Hoods Wald, Duchesses Paris oder Pongos London gibt es keine Fabelwesen, dafür jede Menge "echte" Menschen mit echten Problemen: Roger sorgt sich um seinen Job, Floh wird erwachsen, Duchesse lernt gesellschaftliche Außenseiter kennen und die Bewohner Nottinghams leiden unter der Unterdrückung durch die Staatsorgane. Die Farben sind eher matt und grau, die Szenerien oft dunkel (Dschungel, Merlins Wald, Cruellas nächtliche Autofahrt, Edgars Motorradtour) und die Hintergründe meist nur skizzenhaft angedeutet - ein Stil, den die Hanna-Barbera-Studios übrigens schon bald übernahmen, um damit kostengünstige Fernsehserien herzustellen ("Familie Feuerstein").
      Dazu kommen ähnliche Figuren (Balu - Thomas O'Malley - Little John), eine ungleich "schmissigere" Musik (jeder von euch kann "Probier's mal mit Gemütlichkeit" oder "Katzen brauchen furchtbar viel Musik" mitsingen, aber wie steht's um "Einmal im Traum" oder eines der Lieder aus "Peter Pan"?) und eine viel höhere Gag-Dichte. Allein deswegen mochte ich diese Filme als Kind am liebsten, weil sie die witzigsten waren und man am meisten lachen konnte. Als ich "Aristocats" das erste Mal sah, hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben Tränen in den Augen vor lachen. Edgars Motorradtour war so lustig, dass ich mich nicht mehr einkriegen konnte. Bei "Cinderella" oder auch "Bambi" aus der ersten Ära, kam ich hingegen durch, ohne einmal zu schmunzeln.
      Nicht umsonst sind 3 der 4 in Deutschland erfolgreichsten Filme aller Zeiten aus der Reiterman-Ära: "Das Dschungelbuch" (Platz 1), "Aristocats" (Platz 11) und "Bernard und Bianca" (Platz 15).

      Von den restlichen vier ("Cap und Capper", "Taran", "Basil" und "Oliver") hat mir "Basil" gut gefallen, die anderen waren OK, aber keine "must-see"-Filme.

      Renaissance (1989-1999)

      -Arielle, die Meerjungfrau
      -Bernard und Bianca im Känguruhland
      -Die Schöne und das Biest
      -Aladdin
      -Der König der Löwen
      -Pocahontas
      -Der Glöckner von Notre Dame
      -Hercules
      -Mulan
      -Tarzan

      Da brauch man nicht viel zu sagen. Das ist die Ära, die wir alle lieben und schätzen. Die, mit der wir aufgewachsen sind. Dem "König der Löwen" bin ich auf ewig verfallen, seit ich ihn mit 4 Jahren im Kino gesehen habe; "Pocahontas" ist mit Abstand der schwächste, der "Glöckner" und "Hercules" sind meine Geheimfavoriten - beide aus völlig gegensätzlichen Gründen: Ersterer weil er so elaboriert ist, optisch-künstlerisch wie inhaltlich-dramaturgisch; letzterer, weil er genau das nicht ist, nämlich feinster 90er-Trash mit übelst genialer Musik B) [:} :D
      Bei allen anderen fällt es mir schwer weitere Gewichtungen vorzunehmen. "Tarzan" war mein zweiter Kinofilm, "Mulan" meine zweite Videokassette. "Aladdin" habe ich als Kind geliebt - und eigentlich noch heute, aber "Arielle" ist auch großartig. Alle haben sie auf jeden Fall superbe Musik!
      Den Aus-der-Reihe-Faller "Bernard und Bianca im Känguruhland" habe ich auch auf VIdeo und daher sogar mehrmals gesehen, während ich den ersten, "Bernard und Bianca - Die Mäusepolizei" von 1977, witzigerweise noch nie gesehen habe, bisher. ^o) Wird sich aber gewiss noch ändern.

      Post Renaissance (1999-2008)

      -Fantasia 2000
      -Dinosaurier
      -Ein Königreich für ein Lama
      -Atlantis - Das Geheimnis der verlorenen Stadt
      -Lilo & Stitch
      -Der Schatzplanet
      -Bärenbrüder
      -Die Kühe sind los
      -Himmel und Huhn
      -Triff die Robinsons
      -Bolt - ein Hund für alle Fälle

      Das Schöne ist ja, wenn man die Ären rückblickend betrachtet, fällt einem auf, dass Disney sich nie auf einer Erfolgsformel "ausgeruht" hat, sondern auf Phasen der Konsolidierung auch immer wieder Experimentierphasen folgen, von denen diese hier, nach der "Wartime Era" und den 80er-Jahren, bereits die dritte ist. So unterschiedlich wie die Filme, fallen daher auch meine Bewertungen aus: "Fantasia 2000" - Super! Vor allem bemerkenswert, dass sich Roy E. Disney noch mit so einem Film durchsetzen konnte. Zu "Dinosaurier" konnte ich irgendwie keine richtige Verbindung herstellen. Ich will nicht mal sagen, dass er schlecht gemacht ist, er sprach mich nur irgendwie nicht so an. "Ein Königreich für ein Lama" ist ganz witzig, aber auch nicht viel mehr. "Atlantis" fand ich absolut großartig! Bricht so wunderbar konsequent mit sämtlichen bisherigen Disney-Traditionen und ist trotzdem ein herausragend guter Film. Schade, dass er so wenig Beachtung findet. "Lilo & Stich" ist wirklich ein kleines Meisterwerk. Bei einem Disney-Film mit Elvis-Musik kann bei mir eigentlich sowieso nichts schiefgehen, aber die alltagsnahe Story der alleinerziehenden Schwester ist so wunderbar realistisch wie unkitschig und leidet erstaunlicherweise auch nicht unter dem ganzen Science-Fiction-Gedöns drumherum. "Der Schatzplanet" war nicht so meins, weil ich mit Sci-Fi/Fantasy einfach nichts anfangen kann. "Bärenbrüder" ist OK, aber nichts besonderes. Die restlichen vier habe ich bisher allesamt noch nicht gesehen und hatte bisher auch kein großes Bedürfnis das zu ändern. Wenn sie nicht zum Disney-Kanon dazugehören würden, würde ich sie mir vermutlich niemals ansehen.

      Revival Era (2009- ..)
      -Küss den Frosch
      -Rapunzel - Neu verföhnt
      -Winnie Puuh
      -Ralph reichts
      -Die Eiskönigin - Völlig unverfroren
      -Baymax - Riesiges Robowabohu
      -Zoomania
      -Vaiana

      "Küss den Frosch" fand ich exzellent. Super Story, super Musik, schöne Bilder. Ein Disney-Film über New Orleans ist für mich ohnehin sofort gekauft.. "Rapunzel" fand ich irgendwie... "unspektakulär"; "Ralph reichts" unterirdisch, von denen, die ich bisher gesehen habe, der schlechteste Film des Kanons (siehe meinen Kommentar hier). "Die Eiskönigin" ist toll, "Baymax" nett, "Zoomania" witzig, "Vaiana" schön. Alle keine Offenbarungen, aber vielleicht merke ich an denen auch nur, dass ich alt geworden bin^^ (Die Links führen zu ausführlichen Rezensionen meinerseits).
      Insgesamt finde ich an dieser Ära den Wechsel zwischen Prinzessinnen-Filmen und Komödien sehr schön.

      Wie es weitergeht? Mal schauen. Dass "Gigantic" abgebrochen wurde, wusste ich noch gar nicht. Bin zwar kein Fantasy- oder Mittelalter-Fan, aber ich war schon froh, dass etwas Neues geplant wurde. Jetzt sind ja mit RR2 und "Frozen 2" nur Fortsetzungen in Planung, was ich schon ziemlich doof finde, besonders, wenn man daran denkt, wie gut der Kanon bisher mit wenigen Fortsetzungen auskam.

      Ich neige jetzt übrigens zur Bezeichnung "Kanon", sie von offizieller Seite so gehandhabt werden und mir dies auch am sinnvollsten erscheint.

      @TheLuckyRabbit und @EnnyMay Sherlock Holmes habe ich erst vor ein paar Jahren durch die Hörspiel-Reihe mit Christian Rode und Peter Gröger für mich entdeckt. Kennt ihr die? Die ist wirklich exzellent! Ansonsten habe ich mir bisher nur mal Robert Downey Jr. als Holmes angesehen, werde aber irgendwann sicherlich auch mal andere begutachten.

      Neu

      Ein sehr schöner und ausführlicher Post, gespickt mit vielen Hintergrund-Infos! So was mag ich! :)

      Andi schrieb:

      Das liegt daran, dass die Filme für mich etwas besonderes sind und ich mir diesen Besonderheitswert durch "Seltenheit" bewahren möchte, ähnlich wie DIsney das ja auch über Jahrzehnte hinweg so gemacht hat (nicht erst seit dem "Tresor").

      Kann ich nachvollziehen, wäre für mich persönlich aber undenkbar. :D Ich bin mit diesen Filmen gemeinsam gross geworden und habe immer einen neuen Aspekt entdeckt, den ich vorher nicht gesehen hatte.

      Andi schrieb:

      Da brauch man nicht viel zu sagen. Das ist die Ära, die wir alle lieben und schätzen. Die, mit der wir aufgewachsen sind.

      Das hast du schön gesagt! :)

      Andi schrieb:

      @TheLuckyRabbit und @EnnyMay Sherlock Holmes habe ich erst vor ein paar Jahren durch die Hörspiel-Reihe mit Christian Rode und Peter Gröger für mich entdeckt. Kennt ihr die? Die ist wirklich exzellent! Ansonsten habe ich mir bisher nur mal Robert Downey Jr. als Holmes angesehen, werde aber irgendwann sicherlich auch mal andere begutachten.

      Die Maritim Hörspiel-Reihe? Die sind tatsächlich exzellent. Sie ist extrem authentisch und ein Genuss für die Ohren und das erste Mal in deutscher Hörspiel Geschichte, wo Sherlock Holmes in allen Kanon-Fällen von ein und der selben Person gespielt wird. (Der Begriff "Kanon" wurde übrigens massgeblich von den Sherlockians geprägt um die Doyle'schen Geschichten von denen anderer Autoren zu trennen. :D )

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      @Andi: "Kanon" oder "Canon" finde ich auch am besten. "Meisterwerke" ist hier nur so umgangssprachlich geworden, man sollte meinen, dass jeder weiß, was damit gemeint ist - nur dem ist nicht so >.<

      Gigantic trauere ich sehr nach :D Aber so geht es mir mit diversen verworfenen Ideen - entweder solche die dann tatsächlich nie wieder angefasst wurden oder jene, aus denen dann andere Filme wurden. Zu ersterem gehört nun leider Gigantic und auch das, was man von Fraidy Cat und King of the Elves gesehen hat fand ich ziemlich interessant. In den 60ern standen sogar noch viel mehr Märchen auf dem Plan: Hänsel und Gretel, Goldlöckchen und die drei Bären, Die Bremer Stadtmusikanten, Rotkäppchen und auch in den 90ern waren Der Gestiefelte Kater, Schwanensee und Sinbad im Gespräch. Zumindest Schwanensee wurde von Richard Rich dann ja "mitgenommen" bzw. anderweitig umgesetzt (Die Schwanenprinzessin) und Dreamworks hat sich (unabhängig zu den Disney Ideen) and den Gestiefelten Kater und Sinbad gemacht (letzteren finde ich auch äußerst gelungen). Auch von den Stadtmusikanten gibt es einen ganz netten Zeichentrickfilm von 1997 - produziert in Deutschland - "Die Furchtlosen Vier" (hat ebenso wie "Die Schwanenprinzessin" hübsch anzusehene Charaktere und wunderbare Musik, an der Story haper es ein wenig, aber die Botschaft ist gut - ich mag beide trotzdem sehr gern :D) In den frühen 2000ern waren noch eeeeeetliche Fortsetzungen im Gespräch. Zumindest zu Dumbo II, Aristocats II und einem Schneewittchen-Zwerge Spin-off findet man auch ein paar Storyboard Sachen. Zu den genannten Märchen habe ich bislang sowas leider nicht gefunden.

      Wie auch immer, es hieß wohl, dass es einen "Ersatz" für Gigantic geben soll, welcher ebenfalls keine Fortsetzung ist. Ich bin sehr sehr gespannt.

      Was die "verworfenen Ideen, aus denen dann andere Filme wurden" angeht wäre Rapunzel mein Paradebeispiel. Ich mag zwar den Film und auch Rapunzel selbst ganz gern, aber mit dem Wissen, was er hätte sein können, hat das finale Produkt doch einen faden Beigeschmack. Glen Keanes Plan war es ursprünglich, den kompletten Film wie ein bewegtes Ölgemälde aussehen zu lassen, also eine Art Hybridfilm aus klassisch anmutenden Animationstechniken und eben CGI. Auf Youtube findet man auch einen kleinen Ausschnit davon, "Rapunzel unbraided" nennt sich das. Ich finde der Look sieht sehr interessant aus und ich hätte gerne mehr davon gesehen. Kürzlich habe ich auch irgendwo gelesen, dass sie Ähnliches mit "Himmel und Huhn" vor hatten, was den Look angeht. Naja, abgesehen davon finde ich Rapunzel in grün ansprechender als Rapunzel in lila, aber das ist nur mein persönliches Empfinden :D
      Was bei mir einen Ähnlich faden Beigeschmack hinterlässt ist die ursprüngliche Idee zu "Ein Königreich für ein Lama": Kingdom of the Sun. Das sollte lose auf "Der Prinz und der Bettelknabe" basieren und eine ernstere Grundstimmung haben als die Komödie, die letztendlich daraus wurde. Wenn man hier etwas scrollt kann man mehr dazu lesen. Wie so oft kamen sie in der Story leider nicht weiter. So war es jüngst ja auch bei Moana, Zootopia und Frozen, wobei ich die ursprünglichen Storyansätze dafür auch total interessant finde und es fast etwas schade ist, dass sie dort nicht weiter gekommen sind (Elsa als Villain; Moana die von Anfang an Bescheid wusste was die früheren Seefahrer angeht und von der Großmutter dahingehend erzogen wurde und Nick, der die Hauptrolle übernehmen sollte und die Raubtiere, die mit Halsbändern kontrolliert wurden.). Allein wegen diesen beiden Liedern bei Moana.. ^^


      Den Cut zwischen Silver und Bronze Age kann ich eigentlich ganz gut nachvollziehen, da Das Dschungelbuch der letzte Film war, dessen Produktion Walt Disney noch mitbekommen hat. Für Aristocats hat er nur noch das "Go" gegeben und konnte Das Dschungelbuch nichtmal fertig sehen. Von daher scheint es logisch, warum das "Dark" Age bei Aristocats beginnt.

      Mit Fantasia geht es mir genauso wie dir, @Andi: Fantasia 2000 finde ich von der Länge her auch etwas angenehmer und passender, für diese Art von Film. ^^

      Es gibt auch noch ein paar Einteilungen der Epochen, die sich von dieser hier unterscheiden. Diese hier scheint mir aber am logischsten, deswegen habe ich die genommen. ^^ Wie gesagt, bei der Renaissance wird manchmal schon Oliver mit reingezählt und auch Fantasia 2000 habe ich manchmal noch dort gesehen. Die Post Renaissance wird auch "Age of Discovery" genannt, dann werden allerdings Bolt, Triff die Robinsons und Himmel und Huhn nicht mit gewertet und stattdessen als "Dark Age" bezeichnet - statt dem eigentlichen Dark Age ..welches dann das Bronze Age ist xD Küss den Frosch habe ich auch schon noch im Discovery Age stehen sehen.. Ziemlich verwirrend :D

      Ich denke die nächse Epoche nach der Revival Ära könnte wieder so ein Discovery Age werden, welches man dann als "Post Revival" bezeichnet. Zumindest hoffe ich nicht, dass (abgesehen von dem originellen Ersatzfilm für Gigantic) noch mehr Fortsetzungen folgen werden, sodass es gar ein "Sequel Age"" werden könnte :O Da Rapunzel und Big Hero 6 TV Serien bekommen bzw. bekommen haben und Frozen und Wreck-it Ralph Fortsetzungen, könnte ich mir gut vorstellen, dass zumindest Zootopia auch noch eine Forsetzung bekommt. Dann hätte sich wiederholt, was auch in den 90ern schon der Fall war, dass jeder Film (ausgenommen KdF und Winnie Puuh 2011) in irgendeiner Form fortgesetzt wird.


      Btw.: Ich diskutiere auch am liebsten über die Filme an sich :D

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „LionQueen“ ()

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      @LionQueen

      Ich traure auch ein wenig den verworfenen Ideen nach. Zum Beispiel hätte ich mich sehr über eine genauere Adaption der Schneekönigin gefreut. Aber wie das halt unter Zeitdruck so ist, wenn es nicht funktioniert oder zu Risiko beladen ist, wird's verworfen. Man ha halt nicht die Zeit sich zu überlegen, wie man es passend machen könnte, und sieht nur wie wichtige Zeit verstreicht und man einfach nicht vorwärts kommt. Da kann ich schon nachvollziehen, wenn man den Stecker zieht.

      Ich hoffe, Disney fällt noch etwas als Ersatz für Gigantic ein, sonst sieht die Zukunft sehr nach "Live-Action Era" aus...

      Neu

      @TheLuckyRabbit Kennst du "Wunder Zunder Funkel Zauber"? Davon mag ich die Adaption der Schneekönigin ja sehr gerne. ^^ Allgemein hat sich die Serie sehr nah an den HCA-Märchen Vorlagen orientiert, ohne das all zu sehr auszuschmücken.
      Bei Disney habe ich eher noch das Gefühl, dass sie viele Änderungen auch wegen des Marketings vornehmen.. Aber ja, der Zeitdruck spielt sicher auch eine Rolle und das kann ich (bei dem heutigen tempo, in dem Filme erwartet werden) auch sehr gut verstehen. Wahrscheinlich ist es ein Zusammenwirken von mehreren Faktoren.

      So wie ich es verstanden habe, gibt es bereits einen Ersatz für Gigantic, den sie zu gegebener Zeit bekannt geben.

      Die Live Action Filme werden glücklicherweise ja nicht zu den Meisterwerken bzw. zum Canon gezählt. Die können ihr eigener Canon bleiben xD

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      @LionQueen Wahrscheinlich sind es wirklich mehrere Faktoren. :D Aber ich bin immer der Meinung, dass sich Zeit für so eine Geschichte zu nehmen, wichtig ist. Wenn man Zeit hat kann man Fehler ausbügeln, anstatt sie zu verwerfen.

      Ja, ich kenne die Serie und mag die Version sehr gerne, aber so genau hätte Disney es nicht adaptieren müssen. Ich habe mich ja auch nicht beklagt, dass Arielles Füsse nicht geschmerzt haben als würde sie auf Messern gehen.

      Ich weiss ja, dass sie nicht zählen. Aber wenn man sich die Upcoming Movies ist anschaut, sieht es wirklich nach 80 % Live-Action aus... :/ Naja, warten wir mal auf den Gigantic-Ersatz...

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      TheLuckyRabbit schrieb:

      Bist nach Hause geradelt oder hast du's geschoben??


      Ich bin gefahren. Hatte jeweil eine vollgestopfte Tüte rechts und links am Lenker, meinen Rucksack auf dem Rücken (war aber sehr klein, da passte nicht viel rein) und die restlichen DVDs waren wacklig im Korb hinten. Das heißt ich bin teils einhändig gefahren, um bei Huckeln die DVDs hinten fest zu halten. War eine sehr wackelige Fahrt während derer ich ein paar mal einem Gebüsch sehr nah gekommen bin aber ich war auch super happy :D

      Gigantic sagt mir gerade gar nichts. Was genau ist das oder war das?
      Wäre toll (gewesen), wenn Disney noch mehr Märchen gemacht hätte! Ich mag Märchen so schon sehr gern aber als Animationsfilm... toll!
      Bei Frozen fand ich es sehr erfrischend und klever gelöst, wie sie das Märchen verändert haben. Da stört es mich irgendwie nicht so sehr, wenn sie von den Originalen abweichen. Bei Sherlock hingegen finde ich es oft störend. Aber das ist ein anderes Thema.

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      @EnnyMay Gigantic (bzw. zuerst Giants) sollte das 59. Meisterwerk (Nach Ralph Reicht's 2 und Frozen 2) werden (oder das 58. zwischen Ralph 2 und Frozen 2...aus den Augen, aus dem Sinn.^^)** Leider gibt es nur relativ wenige Infos zum Film, hier die Disney Wiki Seite. Aber er sollte auf 'Jack und die Bohnenranke' basieren (oder wie lustige Facebook Menschen schreiben: auf "Micky und die Bohnenranke" ;) ). Solange es tatsächlich dabei bleibt, dass der "Ersatzfilm" keine Fortsetzung ist, soll mir das recht sein. Auch wenn es echt schade um Gigantic ist, da ich die Concept Arts (wie auch schon bei Fraidy Cat und King of the elves) sehr interessant finde. Hoffentlich wird der Ersatz auch ein Märchen. ^^

      (P.S.: Ich arbeite heute wohl viel mit Klammern oO )

      **Edit (wer lesen kann.. auf der Wiki Seite steht es, das 59. Meisterwerk sollte das sein. :D )

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      TheLuckyRabbit schrieb:

      Ein sehr schöner und ausführlicher Post, gespickt mit vielen Hintergrund-Infos! So was mag ich! :)

      Danke sehr!

      Andi schrieb:


      Kann ich nachvollziehen, wäre für mich persönlich aber undenkbar. :D Ich bin mit diesen Filmen gemeinsam gross geworden und habe immer einen neuen Aspekt entdeckt, den ich vorher nicht gesehen hatte.

      Kann ich mittlerweile auch nachvollziehen. Vor allem, wenn du dabei wirklich immer was neues entdeckst.

      Andi schrieb:


      Die Maritim Hörspiel-Reihe? Die sind tatsächlich exzellent. Sie ist extrem authentisch und ein Genuss für die Ohren und das erste Mal in deutscher Hörspiel Geschichte, wo Sherlock Holmes in allen Kanon-Fällen von ein und der selben Person gespielt wird. (Der Begriff "Kanon" wurde übrigens massgeblich von den Sherlockians geprägt um die Doyle'schen Geschichten von denen anderer Autoren zu trennen. :D )

      Ja, genau die meine ich. Auch wenn die mittleren Folgen (so zwischen 25 und 45) nicht so pralle waren. Aber das lag dann wohl an Doyles Vorlagen. Rode und Groeger zuzuhören ist aber immer ein Genuss! Genauso habe ich mir die Figuren Holmes und Watson vorgestellt.

      @LionQueen Mit den nichtzustandegekommenen Filmen habe ich mich nicht so sehr beschäftigt, aber es ist interessant, das mal zu lesen. "Fraidy Cat" vermisse ich allerdings sehr. Das schien ein Film so recht nach meinem Geschmack zu werden.

      Der "Rapunzel"-Test ist technisch sehr interessant, mir aber in diesem Fall geschmacklich ein bisschen "too much".

      "Oliver" würde ich auf keinen Fall zur Renaissance dazuzählen. Ich denke, dieser Begriff ist hier vor allem in ökonomischer Hinsicht eingeführt worden, weil die Filme ab "Arielle" wieder große Hits waren, und nicht so sehr künstlerisch/inhaltlich bezogen. Animationstechnisch ist auch "Arielle" teilweise noch eher den 80ern verpflichtet, als den 90ern.

      Aber wenn man sich die Upcoming Movies ist anschaut, sieht es wirklich nach 80 % Live-Action aus...

      Das war bei Disney (seit 1950) aber immer schon so. Oder beziehst du dich jetzt nur auf die Live-Action-Remakes?

      Neu

      Andi schrieb:

      Kann ich mittlerweile auch nachvollziehen. Vor allem, wenn du dabei wirklich immer was neues entdeckst.


      Ich glaube, dass ich meistens neue Aspekte an den Filmen finde über die ich mir Gedanken machen kann. Wenn nicht, dann habe ich einen gemütlichen Abend mit dem Film und fasse ihn dann lange nicht mehr an. Das wirkt meistens Wunder.

      Ausserdem habe ich immer noch nicht alle Hidden Mickeys entdeckt. :D

      Andi schrieb:

      Das war bei Disney (seit 1950) aber immer schon so. Oder beziehst du dich jetzt nur auf die Live-Action-Remakes?


      Eigentlich habe ich mich auf die Remakes bezogen. Aber vielleicht sollte ich das nicht so eng sehen... Ich meine, es gibt viele "Unnamed" Titel auf der Liste. Es könnten ja auch einfach nur Live Action Produktionen sein. :)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „TheLuckyRabbit“ ()

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      TheLuckyRabbit schrieb:

      Kennst du dieses Promobild? Das war von Gigantic, einem Disney Animated Movie der auf Jack und die Bohnenstange basierte. Leider wurde daraus nichts.


      Wow!!! Es ist so hübsch!!! Aw... schade, dass sie damit nichts gemacht haben. Das ist irgendwie komplett an mir vorbei gegangen.

      TheLuckyRabbit schrieb:

      Ausserdem habe ich immer noch nicht alle Hidden Mickeys entdeckt


      Hidden Mickeys? Ich lerne echt viel hier im Forum. Haben sie etwa ein paar Mickeys in anderen Filmen versteckt, ähnlich wie Hitchcock der als Schatten fast in jedem seiner Filme auftaucht?

      Neu

      @EnnyMay Ja, so ungefähr. Nur eben das damit die Silhouette von Mickeys Kopf (Die drei Kreise) gemeint ist, die man so ziemlich überall verstecken kann, mal besser und mal weniger gut. Sehr gerne kommen diese drei Kreise, zum Beispiel, in Seifenblasen vor. Und es gibt auch ein paar in den Themeparks. Wenn du sie lieber im richtigen Leben suchen willst. :D